MISCEAT UNDAS – an den Ufern des Rheins, zu Beginn der Reformation

9 Künstler, A-cappella-Oktett

Sowohl für Frankreich als auch für das Heilige Römische Reich Deutscher Nation war das Ende des 15. und der
Beginn des 16. Jahrhunderts
eine unruhige Zeit. Die Rivalität zwischen den Valois und den Habsburgern
führte zu einem endlosen Krieg, der nur von kurzen Phasen des Friedens
unterbrochen wurde.
Doch die größte Umwälzung, die das Gesicht Europas verändern sollte, ging
von Wittenberg am 31. Oktober 1517 aus, als Luther seine Thesen an den Erzbischof
von Mainz richtete und damit die Reformation ins Leben rief.
Zwei Dynastien stehen sich gegenüber, bald werden sich zwei Formen des Christentums entzweien, doch
so wie die Gewässer des Rheins in Melissus’ Gedicht „die Gewässer des Mains und der
Mosel* vermischen“,
vereintdas musikalische Erbe der burgundischen Schule die Komponisten
unter einem gemeinsamen Banner.
Den Motetten von Brumel und Mouton entsprechen jenevon Isaac, Walter, Finck und
Stoltzer
, wobei letzterer die allererste geistliche Polyphonie in der Volks
n Sprache
lieferte: „Erzürne dich nicht über die Bösen“, entnommen aus Psalm 37 in der
Übersetzung von Luther selbst.


*Ad Rhenum, Paul Melissus, 1539–1602*

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